
Weite, ländliche Räume mit geringer Besiedlungsdichte und eine älter werdende Bevölkerungsstruktur sind Merkmale auf beiden Seiten der Fehmarnbelt-Region. Die beste medizinische Versorgung, fachlich hochwertige Ausbildungen und Arbeitsplätze im Medizinsektor, Innovation und Forschung haben einen hohen Stellenwert für die grenzüberschreitende Gesundheitswirtschaft. Über 140.000 Menschen haben allein in Schleswig-Holstein einen Arbeitsplatz im Gesundheitssektor. Schon vor dem geplanten Bau der festen Fehmarnbelt-Querung gibt es zahlreiche länderübergreifende Netzwerke auf unterschiedlichen Handlungsebenen, um gemeinsame Lösungen zu finden und für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet zu sein.
Die Lebenswissenschaften (Biotechnologie, Medizin, Medizintechnik und Pharma) werden als eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts betrachtet, die weit reichende Auswirkungen auf die medizinische Versorgung, die Beherrschung von Umweltgefahren und das gesellschaftliche Leben haben. Rund 520 Unternehmen sind derzeit in dem hochinnovativen Wirtschafts- und Wissenschaftsbereich in der Region Schleswig-Holstein/Hamburg tätig.
Entscheidenden Anteil an der Stärkung der Life Science in Schleswig-Holstein und Hamburg hat die im Jahr 2004 gegründete Norgenta Norddeutsche Life Science Agentur GmbH. Sie dient als zentrale Koordinierungs- und Anlaufstelle. Ziel der Gesellschaft ist die Entwicklung, Profilierung und Vermarktung des Life Science Standortes Norddeutschland unter der gemeinsamen Dachmarke „Life Science Nord“.
www.norgenta.de
www.life-science-nord.net
Interreg-Projekte in der Fehmarnbelt-Region:
In dem EU Projekt „eHealth for Regions“ arbeiteten 17 Partner aus sieben Ländern aus dem gesamten Ostseeraum zusammen. Auf deutscher Seite beteiligten sich die AOK Schleswig-Holstein als verantwortlicher Partner des gesamten Projektes, das Gesundheitsministerium des Landes Schleswig-Holstein, die Diakonissenanstalt Flensburg sowie der Kreis Segeberg. Ziel der Projektpartner war es, Kooperationsfelder für telemedizinische Anwendungen zu identifizieren und konkrete Pilotprojekte umzusetzen. Das Projekt verfügte über ein Finanzvolumen von etwa 3,3 Millionen Euro und wurde im Rahmen des Baltic Sea Region INTERREG III B-Programms von der EU gefördert.
www.ehealthforregions.net
Medizintechnik und Life-Science:
In Zusammenarbeit mit der Universität zu Lübeck, der Fachhochschule Lübeck, dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein und dem Forschungszentrum Borstel wurde im Jahr 2004 der Medizintechnikverbund Lübeck (MTVL) gegründet. Ziel des Verbundes ist die Förderung von Innovationen und die Koordination interdisziplinärer Forschungsvorhaben. Dazu wurden fünf Forschungsschwerpunkte definiert, die sich auf die Bereiche „Atmung und Beatmung“, „Intelligente Systeme, Navigation, Robotik“, „Bild- und Signalverarbeitung“, „Optische Technologie“ sowie „Regenerative Medizin“ erstrecken. Herausragende Projekte aus diesen Schwerpunktbereichen werden u.a. aus Mitteln der Hochschulen, des Landes, der Deutschen Forschungs-Gesellschaft (DFG), des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie der EU gefördert.
Das Projekt MOIN Molecular Imaging North/MIC Molecular Imaging Center ist unter der Federführung der Norgenta Norddeutsche Life Science Agentur GmbH als länderübergreifendes Verbundprojekt initiiert und von Hamburg und Schleswig-Holstein mit insgesamt rund 3,4 Millionen Euro gefördert worden. Beteiligt sind interdisziplinäre Forschergruppen aus dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein und dem Universitätsklinikum Eppendorf. Ziel des Projektes ist es, die Verfahren und Möglichkeiten der molekularen Bildgebung zu erforschen und die Entwicklung der Forschungsergebnisse bis zur Anwendungsreife voranzutreiben.
www.life-science-nord.net
www.norgenta.de
ScanBalt wurde 2004 als gemeinnützige Organisation mit Sitz in Kopenhagen gegründet und ist damit das erste europäische Metacluster mit einer eigenen operativen Struktur. Sowohl Netzwerkorganisationen als auch Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Vertreter aus Wirtschaft und Politik aller Ostsee-Anreiner sind dem ScanBalt Verbund beigetreten. ScanBalt, „das Netzwerk der Netzwerke“ fördert die Entwicklung und internationale Zusammenarbeit von Industrie, Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus dem Bereich der Lebenswissenschaften.
Als "Meta-Region" umfasst ScanBalt den gesamten Ostseeraum (Dänemark, Estland, Finnland, Island, Lettland, Litauen, Norwegen, Polen, Schweden, dem Norden Deutschlands und dem Nordwesten Russlands) mit 63 Universitäten und über 870 Life-Science-Unternehmen mit mehr als 60.000 Beschäftigten und ist heute das größte europäische Netzwerk für die Lebenswissenschaften. Aus Norddeutschland sind Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg- Vorpommern und Berlin aktiv an der Entwicklung dieses Metaclusters beteiligt.
www.scanbalt.org
Im Jahre 2007 erklärten die Bundesregierung und die Deutsche Forschungsgemeinschaft die Entzündungsforschung zum wissenschaftlichen Schwerpunkt in Deutschland. Sie kürten das schleswig-holsteinische „Netzwerk Entzündungsforschung“ zum nationalen „Exzellenzcluster“. Bis 2012 werden 40 Millionen Euro in die Perspektive einer neuen Entzündungsmedizin investiert, in einen international einzigartigen Forschungsansatz: die Interpretation des dramatisch zunehmenden inflammatorischen Geschehens im menschlichen Körper als ein Krankheitsbild.
www.inflammation-at-interfaces.de
Das Forschungszentrum Borstel (FZB) mit seiner Medizinischen Klinik hat sich seit seiner Gründung 1947 fachübergreifende Forschung im medizinisch - naturwissenschaftlichen Bereich zur Aufgabe gemacht. Das Spektrum umfasst Medizin, Biologie, Chemie, Physik, Immunologie, Molekularbiologie und andere Biowissenschaften. Heute konzentriert sich das FZB auf grundlagen- und patientenorientierte Forschungsaktivitäten auf dem Gebiet der Pneumologie, d.h. der Lungen- und Bronchialerkrankungen. Schwerpunkte sind die Bereiche der Infektion, der Allergie, der Tumorbiologie und chronischer Entzündungen, deren Ursachen bisher noch nicht geklärt sind.
www.fz-borstel.de
Am GKSS-Forschungszentrum, mit seinen Standorten Geesthacht und Teltow, engagieren sich rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bereichen Materialforschung, Küstenforschung sowie der Regenerativen Medizin. In diesem Sektor entwerfen die Forscher mit Hilfe von innovativen Biomaterialien für medizinische Anwendungen unter anderem aktive Implantate für die minimal-invasive Chirurgie und intelligente Drug Delivery Systeme für die pharmazeutische Industrie.
www.gkss.de
Weiter wichtige Informationen auf den Seiten der Landesregierung unter:
www.gesundheit.schleswig-holstein.de